Aktuelle Ausstellung


Der Erste Weltkrieg in Siebenbürgen
Aus dem Fototagebuch eines deutschen Offiziers
29.10.2016-26.02.2017



Ein so schreckliches Ereignis wie den Ersten Weltkrieg vollumfänglich zu erfassen, ist sicherlich unmöglich. Man kann die Dimension dieses Krieges aber anhand einzelner Schicksale, als Teile des Ganzen, zumindest im Ansatz erfahrbar und begreifbar machen.

Einer, der auf deutscher Seite an diesem Krieg teilnahm, war der Offizier Bernhard Dormeier vom Goslarer Jäger-Bataillon. Diese Einheit wurde nach Kriegsausbruch in Siebenbürgen im September 1916 von der Westfront dorthin verlegt.
Dormeier hatte als Leutnant im Stabsdienst im Gegensatz zu den Truppenoffizieren die Gelegenheit, den Einsatz in Siebenbürgen und dem damaligen Königreich Rumänien mit seiner privaten Fotokamera zu begleiten. Entstanden ist eine Art Fototagebuch, das in subjektiven Bildern Einblick gibt in die Geschehnisse vor 100 Jahren. Mit den Augen des Fotografen sehen wir zurück in die Vergangenheit. Die Fotos erzählen uns von den Kämpfen, dem Grauen des Krieges, den Verwüstungen und dem Schicksal der Soldaten wie der Zivilbevölkerung beider Seiten. Sie zeigen aber auch die „kleinen Fluchten“, die schönen Momente hinter der Front: Kirchen, eine Hochzeit, ein Volksfest und die Landschaft Siebenbürgens, die den Männern, die schon seit zwei Jahren an der Westfront gekämpft hatten, noch so friedlich und unbeschwert erschien.

Der Kriegsschauplatz in Siebenbürgen und Rumänien ist heute in der deutschen Öffentlichkeit kaum im Blickfeld. Dennoch sind einige bekannte Namen wie Erwin Rommel oder Friedrich Paulus damit verbunden. Für Dormeiers Freund und Regimentskameraden Friedrich Paulus, dem späteren Generalfeldmarschall, war der Einsatz sicherlich in besonderer Weise nicht einfach. Schließlich war er mit der Rumänin Elena Rosetti-Solescu verheiratet.

Die erhaltenen 44 Großbilddiapositive Bernhard Dormeiers sind seit 1990 im Besitz des Siebenbürgischen Museums und waren bislang der breiten Öffentlichkeit kaum zugänglich.
Die Fotografien werden in Abzügen auf Papier ausgestellt. Die originalen Fotoglasplatten wurden zu deren Erstellung nur gereinigt, um den Charakter der 100 Jahre alten Originale, die unter widrigen Bedingungen im Feld belichtet wurden, nicht zu verändern.

Ergänzt wird die Fotoausstellung durch zeitgenössische Objekte aus der eigenen Sammlung und den Beständen der Siebenbürgischen Bibliothek.

Zur Ausstellung ist im Museumsshop ein Begleitbuch für 6,90 Euro erhältlich.