• Portrait Franz Pleth (*1926) - copyright Marc Schroeder

    Portrait Franz Pleth (*1926) - copyright Marc Schroeder

  • Portrait Rita Petri (*1927) - copyright Marc Schroeder

    Portrait Rita Petri (*1927) - copyright Marc Schroeder

  • ORDER 7161 - Die Ausstellung im RKI - copyright Marc Schroeder

    ORDER 7161 - Die Ausstellung im RKI - copyright Marc Schroeder

  • ORDER 7161 - Die Ausstellung im RKI - copyright Marc Schroeder

    ORDER 7161 - Die Ausstellung im RKI - copyright Marc Schroeder

  • Eröffnung im Rumänischen Kulturinstitut - copyright Kulturreferentin

    Eröffnung im Rumänischen Kulturinstitut - copyright Kulturreferentin

  • Eröffnung im Rumänischen Kulturinstitut - copyright RKI Berlin

    Eröffnung im Rumänischen Kulturinstitut - copyright RKI Berlin

  • Besucher im Rumänischen Kulturinstitut - copyright RKI Berlin

    Besucher im Rumänischen Kulturinstitut - copyright RKI Berlin

  • Claudiu Florian und Inge Weiss vor dem Zeitzeugengespräch - copyright Kulturreferentin

    Claudiu Florian und Inge Weiss vor dem Zeitzeugengespräch - copyright Kulturreferentin

ORDER 7161
ZEITZEUGENPORTRÄTS EINER DEPORTATION

MARC SCHROEDER


15. Januar bis 18. Februar 2020

VERNISSAGE 14. Januar 2020 um 19.00 Uhr

BEGRÜSSUNG Claudiu Florian
EINFÜHRUNG Dr. Heinke Fabritius
KÜNSTLERGESPRÄCH Marc Schroeder

FINISSAGE 18. Februar 2020 um 19.00 Uhr

75 Jahre nach Stalins Geheimbefehl 7161, der die Deportation von 70.000 Rumäniendeutschen zur Wiederaufbauarbeit in die Sowjetunion zur Folge hatte, erinnert diese Ausstellung an ein fast vergessenes Kapitel europäischer Nachkriegsgeschichte.
Marc Schroeders Zeitzeugenporträts, entstanden in Rumänien während mehrerer Reisen zwischen 2012 und 2015, dokumentieren Erinnerungen und Gespräche mit hochbetagten Menschen, die Opfer der Deportationen wurden. Sie erzählen von ihrem persönlichen Umgang mit erlittenen Traumata und den bedrückenden Aspekten »kollektiver Schuld«.

Ausstellung des Rumänischen Kulturinstituts Berlin
in Zusammenarbeit mit der Kulturreferentin für Siebenbürgen.

Einladung zur Ausstellung

www.marcpschroeder.com/order7161/

www.photography-in.berlin/rumanisches-kulturinstitut-marc-schroeder-order-7161/

FÜHRUNGEN Dr. Heinke Fabritius
16. und 30. Januar um 17.00 Uhr
13. und 18. Februar um 17.00 Uhr – im Februar in Anwesenheit des Fotografen – weitere Termine auf Anfrage unter 030 . 890 61 987

Öffnungszeiten Di – Fr, 14.00 bis 18.00 Uhr und auf Anfrage
unter 030 . 890 61 987
Rumänisches Kulturinstitut, Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin

Erinnerungen in Bild und Wort – ein literarischer Abend in der RKI-Galerie
14. Februar 2020 um 19.00 Uhr

Im Rahmen der Ausstellung Order 7161. Zeitzeugenporträts einer Deportation widmet sich dieser literarische Abend in der Galerie des Rumänischen Kulturinstituts ebenfalls der Erinnerungsarbeit. Die Schauspielerin Monica Broos und ihr Kollege Konstantin Bez lesen ausgewählte Textpassagen von Herta Müller und Oscar Pastior. Mit ihren eindrucksvollen Stimmen eröffnen Broos und Bez einen Dialog mit den fotografischen Zeitzeugenportraits von Marc Schroeder und lassen so einen multimedialen Erinnerungsraum aus verschiedenen Perspektiven entstehen.

Gelesen wird in einer exklusiven Vorabpräsentation auch aus Mariana Gorczyca „Diesseits und jenseits des Tunnels 1945“ (Dincoace şi dincolo de tunel 1945, Iaşi, Polirom 2019). Die rumänische Originalfassung wurde im letzten Jahr mit großer Resonanz auf dem Minderheiten-Festival „Pro-Etnica“ in Schäßburg/Sighisoara vorgestellt. Mittlerweile ist die erste Auflage vergriffen. Eine deutsche Ausgabe in Übersetzung von Beatrice Ungar wird in Kürze erscheinen; ausgewählte Passagen werden hier erstmals vorgestellt.

Durch den Abend mit Literatur und Kunst führt die Kulturreferentin für Siebenbürgen, Dr. Heinke Fabritius.

www.icr.ro/berlin/ordinul-7161-evocari-literare/de

Historischer Hintergrund

Seit mehreren Jahrhunderten leben verschiedene deutschsprachige Siedlergruppen im heutigen Rumänien. Als erste Siedler erreichten Mitte des 12. Jahrhunderts Einwanderer aus dem heutigen Luxemburg das damalige Königreich Ungarn: die Siebenbürger Sachsen. Weitere deutschsprachige Siedlergruppen folgten, vor allem während des 18. und 19. Jahrhunderts, so beispielsweise Banater Schwaben, Sathmarer Schwaben, Berglanddeutsche, Bukowinadeutsche. Ihre Siedlungsgebiete gehörten damals zu Österreich-Ungarn, mit dem Zusammenbruch der Donaumonarchie 1918 fielen sie an Großrumänien.

Im Juni 1941, unter der Militärdiktatur von Ion Antonescu, trat Rumänien an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg ein. Am 23. August 1944, angesichts des bevorstehenden Einfalls sowjetischer Truppen, wechselte Rumänien die Front und kämpfte fortan an der Seite der Alliierten weiter.

Zu den Folgen dieser Ereignisse zählt Stalins Geheimbefehl 7161 vom 16. Dezember 1944. Darin ordnete er die Aushebung aller deutschen arbeitsfähigen Zivilpersonen an, die sich auf den von der Roten Armee befreiten Gebieten Rumäniens, Jugoslawiens, Ungarns, Bulgariens und der Tschechoslowakei befanden: Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren und Frauen von 18 bis 30 Jahren.

Die Deportation der Deutschen zur Zwangsarbeit diente dem Wiederaufbau der sowjetischen Industrie, vor allem der Bergwerke und der Schwerindustrie im Donezk-Becken, und galt als Reparationsleistung für die Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges. Bis Ende Januar 1945 wurden schätzungsweise 70.000 Rumäniendeutsche in Viehwaggons in sowjetische Arbeitslager gebracht. Wegen extremer Kälte, schwersten Arbeitsbedingungen und mangelhafter Ernährung kamen viele ums Leben. Arbeitsunfähig gewordene Deportierte brachte man im ersten Jahr mit Krankentransporten hauptsächlich nach Rumänien, später in die sowjetisch besetzte deutsche Ostzone. Alle anderen Deportierten, die das harte Leben im Arbeitslager überlebt hatten, kehrten Ende 1949 in ihre Heimat zurück.

Das Projekt

Marc Schroeder begann sein Dokumentarprojekt über die Deportation der Rumäniendeutschen im Jahr 2012. Während einer Entdeckungsreise – es interessierten ihn die historischen Verbindungen zwischen Luxemburgern und den Siebenbürger Sachsen – hörte er zum ersten Mal von der „Russlanddeportation“ und stellte fest, dass diese Verschleppung nicht nur ihm, sondern vielen Menschen in Rumänien weitgehend unbekannt war. Und das obwohl die Ereignisse längst wissenschaftlich erforscht und spätestens mit Herta Müllers Atemschaukel seit 2009 in das Blickfeld des literarisch interessierten Publikums gerückt waren.

Das Projekt erstreckte sich letztlich über drei Jahre (2012 bis 2014), in denen der Fotograf über 40 ehemalige Russlanddeportierte in Rumänien aufsuchte. Er befragte sie, zeichnete ihre Erinnerungen auf und fotografierte sie sowohl beim Erzählen wie auch in ihrem Alltag. Das gesammelte Material erlaubt auf eindrucksvolle Weise eine Annäherung an die Identität dieser Menschen als Angehörige einer Minderheit und verweist auf ihre traumatischen Erfahrungen in den sowjetischen Arbeitslagern.

Unter dem Titel „Immer war diese Hoffnung…“ wurde das Fotoprojekt am rumänischen Stand der Leipziger Buchmesse 2018 erstmals gezeigt. Es folgten Einzelausstellungen in Rumänien (Sighet, Jassy/Iaşi, Hermannstadt/Sibiu) und Deutschland (Stuttgart). Die Ausstellung in Kooperation mit der Galerie des Rumänischen Kulturinstituts Berlin und der Kulturreferentin für Siebenbürgen findet im Rahmen des 75. Gedenkjahres der Deportation statt. Neben den Porträts der ehemaligen Deportierten dokumentiert die Ausstellung auch deren persönliche Erfahrungen dieser Zeit. Dabei werden die Porträts wie auch die Aussagen als Zeugnisse der Begegnung zwischen Fragendem und Befragten greifbar. Begleitende Landschaftsbilder, die die Reihe der Porträts gezielt durchbrechen, werden zu Sinnbildern zeitlicher und räumlicher Distanzen, die die Formen des Erinnerns auf ganz eigene Weise prägen.

2013 wurde das Projekt mit dem Stipendium Grant for Foreign Cultural Journalists des Rumänischen Kulturinstituts Bukarest unterstützt. Gegenwärtig arbeitet Marc Schroeder an der Veröffentlichung des Fotobuchs ORDER 7161, das neben zahlreichen Zeitzeugenporträts auch Interviews und historisches Bildmaterial enthält. Sein Musterbuch wurde im vergangenen Jahr für den Luma Rencontres Dummy Book Award in Arles und den Unseen Dummy Award in Amsterdam nominiert.

  • Käthe Kollwitz, Im Kinderhospital, Lithographie, 1926, copyright – Ostpreußisches Landesmuseum

    Käthe Kollwitz, Im Kinderhospital, Lithographie, 1926, copyright – Ostpreußisches Landesmuseum

KÄTHE KOLLWITZ
DIE WELT IN SCHWARZ UND WEISS

Kabinettausstellung im Ostpreußischen Landesmuseum, Lüneburg
22.02. bis 21.06.2020

ERÖFFNUNG
21. Februar 2020, 18.30 Uhr

GRUSSWORT:
Dr. Joachim Mähnert, Direktor des Ostpreußischen Landesmuseums

EINFÜHRUNGSVORTRAG:
Dr. Heinke Fabritius, Kulturreferentin für Siebenbürgen am Siebenbürgischen Museum, Gundelsheim an Neckar
Käthe Kollwitz´ Zyklus „Die Weber“ – nach Gerhard Hauptmann. Auftakt einer bemerkenswerten Karriere

Sie war die erste Frau, die zur Professorin der Preußischen Akademie der Künste ernannt wurde und gilt vielen noch heute als die wichtigste Künstlerin in Deutschland: Käthe Kollwitz (1867-1945) erlangte als Grafikerin Weltruhm. Aus Anlass ihres 75. Todestages zeigt das Ostpreußische Landesmuseum eine Auswahl aus ihrem druckgrafischen Werk.
Käthe Kollwitz wurde in Ostpreußens Hauptstadt Königsberg geboren und begann dort auch ihr Malereistudium, welches sie in Berlin und München fortsetzte. Es war jedoch nicht die Malerei, mit der sie große Bekanntheit erlangen sollte, sondern ihre Begabung in grafischen Arbeiten. Die Bilder von fein schraffierten, fast verletzlich gezeichneten Menschen, die einander umschlingen, für ihre Rechte protestieren oder sich helfend die Hand reichen, sind weltberühmt. Kollwitz verlieh den Armen ein Gesicht und rückte sie in den Mittelpunkt ihrer Kunst – ein Schaffen, das für damalige Kunstsujets ungewöhnlich war. (aus: OL Newsletter Februar 2020)

Den Einführungsvortrag hält Dr. Heinke Fabritius, Kunsthistorikerin und Kulturreferentin für Siebenbürgen, die im Rahmen ihrer Reihe DEUTSCHSPRACHIGE KÜNSTLERINNEN IM UND AUS DEM ÖSTLICHEN EUROPA Leben und Werk herausragender weiblicher Künstlerpersönlichkeiten vorstellt. Die Reihe beleuchtet maßgebliche Hauptwerke der jeweiligen Künstlerinnen gerade vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Herkunft und Lebenswege.
Dem sogenannten „Weberzyklus“ kommt in Käthe Kollwitz´ Werk eine Schlüsselposition zu. Er ist nicht nur prägnanter Ausdruck für die soziale Verantwortung ihrer Kunst, sondern zugleich die Werkgruppe, mit der die junge Künstlerin und Mutter gegen vielerlei Widerstände die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit erringen konnte. Die Klarheit und Insistenz, mit der sie hier ihre künstlerischen wie aber auch politisch-sozialen Grundsätze formuliert, wurden maßgeblich für ein Künstlerinnenleben, in dem Gabe und Talent immer auch Verpflichtung war.

Ausstellungsflyers PDF