Nachruf auf Dr. Bernhard Lasotta


Am 11.1.2019 verstarb der Landtagsabgeordnete Dr. Bernhard Lasotta im Alter von nur 49 Jahren.

Seit 2001 war er, im Direktmandat gewählt, als Abgeordneter der CDU im Landtag von Baden-Württemberg vertreten, seit 2004 gehörte er dem Heilbronner Kreistag an und von 2005-2017 führte er den CDU-Kreisverband Heilbronn.

Der vielbeschäftigte Arzt und hoch engagierte Politiker, der sich mit wichtigen gesellschaftspolitischen Themenfeldern auseinandersetzte, u.a. als rechtspolitischer, entwicklungspolitischer und integrationspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, übernahm 2005 auch für die Siebenbürger-Sachsen in Deutschland und für die Wahrung ihres kulturellen Erbes Verantwortung.

Dies unterstrich er im Mai 2008 auf dem Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl mit folgenden Worten:

„Als Baden-Württembergischer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Fördervereins des Siebenbürgischen Museums in Gundelsheim, das in meinem Wahlkreis Neckarsulm liegt, ist es mir ein besonderes Anliegen, das Engagement, das die Siebenbürger Sachsen für unser Bundesland und alle Bundesländer in unserem Vaterland geleistet haben, zu würdigen. Und ich möchte Ihnen versichern, dass sich auch die Baden-Württembergischen Landtagsabgeordneten in ihrer Mehrheit für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge sowie die Aussiedler weiter einsetzen werden.“

So ist es auch seinem Einsatz zu verdanken, dass nach der 2002 erfolgreich verlaufenen Initiative des damaligen Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen (Volker Eduard Dürr), der Vorsitzenden des Trägervereins des Siebenbürgischen Museums (Dr. Irmgard Sedler) sowie des damaligen Vorsitzenden des Hilfsvereins „Johannes Honterus“/Eigentümer von Schloss Horneck († Dr. Christian Phleps) gegen die von der damaligen Bundesregierung geplante Verlagerung des Siebenbürgischen Museums nach Ulm oder Heidelberg erhebliche finanzielle Bundes- und Landesmittel bereitgestellt wurden für den weiteren Ausbau des Museums in Schloss Horneck und für den Umzug der Geschäftsstelle und des Archivs des Museums in das denkmalgeschützte alte Rathaus in Gundelsheim.

Auch dank seiner Hilfe wurden damals die Grundlagen für die weitere Förderung der Einrichtungen des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturzentrums in Schloss Horneck gelegt, die sich inzwischen einer großen Unterstützung von Bundes- und Landesregierung sowie von Institutionen und Einzelpersonen erfreuen.

Als Dr. med. Bernhard Lasotta vor diesem Hintergrund im Januar 2005 den Vorsitz des Anfang 2002 gegründeten Vereins zur Förderung des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim übernahm, hatte er bereits mehrere politische Ämter und Funktionen inne und konnte auf eine ertragreiche politisch-gesellschaftliche Erfahrung, auf Professionalität und Menschenkenntnis zurückgreifen. Diese seine Erfahrung, Besonnenheit und sein volles Vertrauen in die Teamarbeit des Vorstandes ermöglichten dem Förderverein eine professionelle und kontinuierliche Unterstützung der Museumsarbeit.

Unermüdlich und verlässlich unterstützte er den Verein und das Museum in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten bei seiner Ankaufspolitik und sicherte den unterschiedlichsten Sammlungen – ob Trachten oder Kunst, Alltagsgeschichte oder Glas – wertvolle Objekte und kulturgeschichtliche Erkenntnisse.

Im Rückblick auf dieses fruchtbare Handeln kann man einiges sogar als „Sternstunde für unser Museum“ bezeichnen:
Im Juli 2014 etwa erstand der Verein dank dem raschen Handeln von Dr. Berhard Lasotta ein Porträt Samuel von Brukenthals, vermutlich aus der Hand von Georg Weickert, einem Wiener Porträtisten des Spätbarocks. Auch konnten wichtige Gemälde der klassischen Moderne in Siebenbürgen – von Grete Csaky-Copony bis zu den Vertretern der Schule von Nagybanya/Frauenbach – angekauft werden.

Als das Museum als Ankermieter in Schloss Horneck in den Strudel des Insolvenzverfahrens um Schloss Horneck mit hineingerissen wurde, konnte die Lage durch großzügige Spenden einiger Vereinsmitglieder konsolidiert werden; Dr. Lasotta begleitete das Krisen- und Hilfsmanagement des Vereins mit großer Loyalität und Besonnenheit.

Zuletzt gelang es ihm, finanzielle Kreise in der Region zu bewegen, einen fünfstelligen Geldbetrag für die Renovierung von sakralen Gerätschaften und Preziosen für die Einrichtung einer zukünftigen musealen Schatzkammer zu spenden.

All diese Objekte bergen nun ein Stück Erinnerung an denjenigen, der sich für ihren Erwerb einsetzte, da er sie schätzte und sich neugierig ihrer kulturellen Aussage und Schönheit als Kunstfreund und Bewunderer näherte.

Uns im Förderverein und im Museum wird die persönliche Ausstrahlung eines Menschen, der uns über die Verantwortung für die Dokumentation der Siebenbürgischen Geschichte, Kunst und Kultur zum Freund wurde, der Witz und Würde auf einmalige Weise in sich vereinte, der unser aller Anliegen mit der Lebendigkeit eines, der das Sächsische von außen zu betrachten vermochte, unterstützte und uns neue Sichtweisen hierüber nahebrachte, fehlen.

Wir trauern mit seiner Familie, wir trauern um unseren viel zu früh verstorbenen Vorsitzenden Dr. Bernhard Lasotta.


Dipl. Ing. Volker Dürr, Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim

Dr. Irmgard Sedler, Vorsitzende des Trägervereins Siebenbürgisches Museum Gundelsheim

Dr. Markus Lörz, Leitender Kurator des siebenbürgischen Museums Gundelsheim