Expoziţia actuală


„Bruder mein, schenk frisch ein, lass uns alle lustig sein!“ – Keramik und Ritual


3. Oktober 2025 bis 22. Februar 2026


In Siebenbürgen gibt es eine lange Tradition der Keramikproduktion, die in einigen wenigen Orten bis heute lebendig ist.

Neben den Töpferwaren für den alltäglichen Gebrauch gab es dort auch solche, die nur zu bestimmten Anlässen genutzt wurden. Mit diesen besonderen Gefäßen sind Bräuche und Rituale innerhalb der Gemeinschaft, etwa der Zünfte, der Nachbar- und Bruderschaften, verknüpft, die in der Ausstellung anhand beispielgebender Objekte aus der eigenen Sammlung vermittelt werden.

Oft sind etwa Kannen und Krüge mit Trinksprüchen wie dem Ausstellungstitel versehen oder geben die Namen ihrer Stifter preis und gewähren damit Einblick in einen wichtigen Bereich der Sozialgeschichte Siebenbürgens vom 18. bis ins 20. Jahrhundert.

Kabinettausstellung:
Bilderwelten // Weltenbilder
Die Fotosammlung Peter Jacobi
Dem Künstler zum 90. Geburtstag


11. Oktober 2025 bis 15. März 2026


Der Bildhauer und Fotograf Peter Jacobi ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler siebenbürgischer Herkunft. Bereits 1970 vertrat er Rumänien bei der Biennale in Venedig. Es folgten zahlreiche Einzelausstellungen unter anderem 1981 im Chicago Museum of Contemporary Art und 1984 im Musée d’Art Moderne de Paris. Nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland hatte er von 1971 bis 1998 eine Professur an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim inne und gestaltete das 2009 eingeweihte Holocaust-Mahnmal in Bukarest.
Seit mehr als 50 Jahren ist die künstlerische Beschäftigung mit der Erinnerungskultur ein Leitthema im Werk des 1935 geborenen Künstlers. Für seine Arbeit trug er über Jahrzehnte ein einzigartiges Archiv historischer Fotografien zusammen. Große Teile davon schenkte Peter Jacobi 2024 dem Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg und dem Siebenbürgischen Museum.
Beide Institutionen präsentieren in dieser Kabinettausstellung anlässlich des 90. Geburtstags des Künstlers nun erstmals der Öffentlichkeit einen kleinen Ausschnitt dieses umfangreichen Bestands, der zukünftig erschlossen und digital zugänglich gemacht werden wird.
Die facettenreiche Sammlung aus Privat-, Dokumentar-, Kunst- und Pressefotografien spannt einen weiten Bogen von den Anfängen der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre.
Ebenso weit gespannt sind die dargestellten Bildthemen, die sich von Familienporträts bis hin zu Stadtansichten, ethnologischen Aufnahmen und Dokumentarfotografien historisch bedeutender Ereignisse erstrecken. Geografisch liegt ein Schwerpunkt der Sammlung auf Werken mit rumänischen bzw. siebenbürgischen Bezügen.
Damit zeugen die Aufnahmen auch von der Qualität längst vergangener Fotoateliers in Siebenbürgen und weit darüber hinaus, etwa in Chișinău (heute Republik Moldau) oder Odessa (heute Ukraine).

  • Weinkanne der „Tibner-Bruderschaft“ (Töpferzunft), Draas/Drăușeni, 1767, Draaser Ware, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim
    Weinkanne der „Tibner-Bruderschaft“ (Töpferzunft), Draas/Drăușeni, 1767, Draaser Ware, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim
  • Teller für die Wöchnerin, Leschkirch/Nocrich, 1863, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim
    Teller für die Wöchnerin, Leschkirch/Nocrich, 1863, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim
  • Hochzeitsweinkanne, 1785, Kirchberger Keramik, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim
    Hochzeitsweinkanne, 1785, Kirchberger Keramik, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim